Unsere Geschichte

Die Geschichte des CDU-Kreisverbandes im Altmarkkreis Salzwedel

Die Christlich Demokratische Union (CDU) blickt im Altmarkkreis Salzwedel auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Die CDU-Kreisverbände wurden ursprünglich 1945 gegründet, jedoch im Zuge der Verwaltungsreform der DDR 1952 aufgelöst. An ihre Stelle traten Bezirksverbände, die innerhalb des politischen Systems der DDR als sogenannte Blockparteien fungierten und keine eigenständige politische Gestaltungsmacht besaßen.

Mit der politischen Wende 1989/1990 wurde die CDU auch in der Altmark neu gegründet und wieder zu einer demokratisch handlungsfähigen Partei. Der Gründungsvorsitzende der CDU Sachsen-Anhalt und erste Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Gerd Gies, stammt aus dem Altmarkkreis Salzwedel. Als erster CDU-Landesverband in der DDR wurde am 24. Februar 1990 der Landesverband Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) gegründet. Das Land Sachsen-Anhalt selbst, dessen Wiedergründung bereits im Juli 1990 von der Volkskammer beschlossen worden war, entstand offiziell erst am 3. Oktober 1990.

Im Vorfeld der ersten Landtagswahl am 14. Oktober 1990, die zeitgleich in allen neuen Bundesländern stattfand, schloss sich die CDU Sachsen-Anhalt mit der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) und dem Demokratischen Aufbruch (DA) zusammen. Bereits bei der Volkskammerwahl am 18. März 1990 hatte die CDU Sachsen-Anhalt Unterstützung durch die CDU Niedersachsen erfahren. Bis heute besteht eine enge Partnerschaft insbesondere in den ehemaligen Grenzregionen, so auch zwischen den Ortsverbänden Salzwedel und Wustrow. Jedes Jahr legen die Ortsverbände Salzwedel und Wustrow am 16. Januar einen Gedenkkranz in Blütlingen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze nieder. An diesem Ort wurde am 16. Januar 1973 der junge Maschinenbauingenieur Hans-Friedrich Franck durch die Selbstschussanlagen der DDR ermordet. Als Partei der deutschen Einheit steht die CDU in besonderer Verantwortung, die Erinnerung an Unrecht und Diktatur wachzuhalten. Eine lebendige Erinnerungskultur ist für uns Auftrag und Verpflichtung zugleich.

Aus der Landtagswahl 1990 ging die CDU als klar stärkste politische Kraft hervor. Mit rund 39 % der Stimmen lag sie deutlich vor der SPD (26 %), der FDP (13,5 %) und der PDS (12 %). Mit nur einer Ausnahme gewann die CDU alle Wahlkreise. Gerd Gies bildete daraufhin eine Koalition mit der FDP und wurde am 28. Oktober 1990 zum Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt gewählt.

Neuaufbau der CDU-Strukturen in der Altmark ab 1990
Parallel zum landespolitischen Neubeginn wurden auch die CDU-Kreisstrukturen in der Altmark neu organisiert. Bis zur Wende bestanden eigenständige CDU-Kreisverbände in den damaligen Landkreisen Salzwedel, Klötze und Gardelegen, die jeweils der damaligen Kreisstruktur entsprachen.

Bis 1990 standen folgende Personen hauptamtlich an der Spitze der Kreisverbände:

  • Landkreis Salzwedel: Egon Sommerfeld
  • Landkreis Klötze: Martina Fritsche
  • Landkreis Gardelegen: Wilfried Wisse

Mit der Wende übernahmen diese Persönlichkeiten eine zentrale Rolle beim demokratischen Neuaufbau vor Ort.

Am 01. Januar 1990 wurde Bernd Wießel durch den CDU-Landesverband Sachsen-Anhalt für den Kreis Gardelegen eingesetzt. Auf einem Kreisparteitag im Februar 1990 wählten ihn die Mitglieder zum Kreisgeschäftsführer. Nach der Kommunalwahl im Mai 1990, aus der Wilfried Wisse als Landrat hervorging, übernahm Bernd Wießel die hauptamtliche Geschäftsführung der CDU im Landkreis Gardelegen. Bereits ein Jahr später wurde ihm zusätzlich die Verantwortung für die Landkreise Klötze und Salzwedel als Regionalgeschäftsführer übertragen. Von 2003 bis 2013 war Bernd Wießel schließlich als Regionalgeschäftsführer für die CDU in den Landkreisen Altmarkkreis Salzwedel und Stendal tätig.

Gründung des CDU-Kreisverbandes Altmarkkreis Salzwedel
Im Zuge der Kreisgebietsreform 1994 wurden die Landkreise Gardelegen, Klötze und Salzwedel zum neuen Altmarkkreis Salzwedel zusammengeführt. Konsequenterweise vollzog auch die CDU die Fusion ihrer bisherigen Kreisverbände. In einer gemeinsamen Versammlung im Kulturhaus Kalbe (Milde) beschlossen die Mitglieder einstimmig die Auflösung der drei bisherigen CDU-Kreisverbände. Noch am selben Tag gründeten sie den neuen CDU-Kreisverband Altmarkkreis Salzwedel. Zum ersten Kreisvorsitzenden wurde der damalige Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt, Hartmut Perschau, gewählt. Mit dem Zusammenschluss vereinten sich rund 1.600 Mitglieder in einem starken, gemeinsamen CDU-Kreisverband.

Die CDU als gestaltende Kraft im Altmarkkreis Salzwedel
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die CDU zur stärksten und prägendsten politischen Kraft im Altmarkkreis Salzwedel. Von 2008 bis 2022 stellte sie mit Michael Ziche den Landrat des Altmarkkreises; heute ist er Vorsitzender des Kreistages. Seit 2002 gewann die CDU die beiden Landtagswahlkreise Salzwedel-Arendsee-Beetzendorf-Diesdorf sowie Gardelegen-Klötze jeweils direkt. Auch auf kommunaler Ebene trägt die CDU maßgeblich Verantwortung. Aktuell stellt die CDU im Altmarkkreis Salzwedel zwei hauptamtliche Bürgermeister sowie eine Vielzahl von Ortsbürgermeistern und ist damit tief in der kommunalen Selbstverwaltung verwurzelt.

Kreisvorsitzende der CDU Altmarkkreis Salzwedel im Überblick
1990–1994:

  • Salzwedel: Egon Sommerfeld
  • Klötze: Martina Fritsche
  • Gardelegen: Wilfried Wisse

1994–1995: Hartmut Perschau
1995–1997: Urte Rötz
1997–2011: Hans-Heinrich Jordan
2011–2013: Uwe Harms
2013–2020: Peter Fernitz
2020–2023: Henry Klipp
seit 2023: Jörg Gebur